startseite
aktuell
projekte
ausstellungen
video
texte
vita
kontakt

texte · text / dudelsack, deutzer brücke 2005

 

aus dem gästebuch · from the guest-book:

eine excellente künstlerische lösung, diesen tristen hohlkörper mit leben zu erfüllen!

danke für dies wundervolle erfahrung. der ort ist aussergewöhnlich, die exponate sind abwechslungsreich.

ich freue mich, diese kunstwerke gesehen zu haben.

blühende phantasiegebilde: sehr unterhaltsam, sehr überraschend, sehr empfehlenswert...

ich bin begeistert, so viele anregungen zu erhalten. der alltag verschwindet – die phantasie entfaltet sich. danke!

die spannung im beton ist durch die ausstellung noch einmal deutlich erhöht worden.

ein phantastischer raum – phantastisch gestaltet.

an excellent artistical way to breath life into this dreary hollow body.

thank you for this wonderful experience. – unusual place, varied exhibits.

i am glad i had the chance to see these artworks.

radiant fantastical objects: very entertaining, very surprising, very recommendable ...

i am excited to be given so much inspiration. daily routine vanishes – fantasy unfolds. thank you!

the friction in the concrete has clearly been further increased by the exhibition.

a fantastic space –fantastically worked with.

wdr3 – mosaik
friederike schulz
dudelsack – schottische kunst in der deutzer brücke
die deutzer brücke ist eine von vier rheinbrücken in der kölner innenstadt. eine schmucklose balkenbrücke, die von außen nicht viel hermacht. das besondere an ihr bleibt dem vorbeigehenden verborgen: der betonkörper, der sie trägt, ist begehbar. (...) ein gespenstischer ort, den sich jetzt künstler aus schottland erobert haben. "dudelsack" heißt ihre kunstaktion, die den kölnern die deutzer brücke von einer ungewöhnlichen perspektive zeigen soll.
(...) graham maule steht im ersten raum des betonkörpers der deutzer brücke und singt sein Lied von der weiten reise über den fluss. die decke ist etwa drei meter fünfzig hoch, der raum über 100 meter lang, der boden entsprechend der brückenform gewölbt. um den sänger herum nichts als grauer beton. auch das rattern der straßenbahn ... will nicht zu der romantischen melodie passen. doch das genau ist die idee des projektes "dudelsack". die künstler wollen die besucher verstören. sie sollen hin und her gerissen sein zwischen dem Lärm der straße über ihren köpfen und der kunst, sagt graham maule, der aus edinburg angereist ist.
"viele Leute denken, man sollte eher auf als in der brücke laufen. es ist nicht so einfach, sich das vorzustellen. es ist halt einfach das interesse vieler gegenwartskünstler, kunst aus den galerien unter die Leute zu bringen. die kunst soll verbindung aufnehmen, mit dem alltag der menschen und mit ihrer normalen umgebung, wie eben der brücke. das tolle für uns künstler ist dabei, dass wir eng zusammen arbeiten müssen beim aufbau der kunstwerke. dieser brückenraum ist so seltsam und weist schwierige bedingungen auf. und damit wir unser projekt überhaupt realisieren können, müssen wir uns gegenseitig helfen."
(...) am donnerstag wird die ausstellung eröffnet. bis dahin soll der gesamte über 400 meter lange unterbau der brücke gefüllt sein mit installationen, skulpturen und mobiles. das gemeinsame motiv: es geht um bewegung, um wasser und die verbindung zwischen orten. die idee einer brücke eben. künstler aus köln haben die kollegen aus edinburg eingeladen, weil sie den gruftartigen betonklotz beleben wollen. sie haben dabei nicht den anspruch, die hohe schule schottischer und kölner gegenwartskunst zu vertreten. die objekte dürfen auch schon mal absurd sein und einfach nur die gäste amüsieren.
für spaß beim ausstellungsbesuch sorgt allein schon der "schrein auf rädern" von wolfgang stöcker. stolz zieht der kölner künstler den bunt bemalten reliquienkasten hinter sich her. er erinnert an den gebein-kasten für die †berreste der heiligen drei könige aus dem kölner dom, hat damit jedoch nichts zu tun.
(...)
die gäste müssen aufpassen, dass sie nicht über die kunst stolpern, die manchmal erst auf den zweiten blick kunst ist. badewannenstöpsel zum beispiel, die auf dem boden herum liegen. erst beim genaueren hinschauen wird deutlich, dass sie mit den bildern korrespondieren, die auf die wand gesprüht sind. abflüsse für das ganze dreckwasser, das jeden tag in den rhein geleitet wird.
unheimlich und wie aus einer anderen welt ist die performance von John farrugia... eine tanzsequenz zum nahostkonflikt, zu der er einen selbst gedichteten rapsong singt. ein palästinenser und ein israeli stehen an den gegenüberliegenden ufern des flusses und wollen nicht über die brücke gehen.
das alles unter dem motto "dudelsack"... dabei ist kein einziger dudelsack zu hören und mit klischees über schottland hat die ausstellung auch nichts zu tun. wer ein logisches, geschlossenes konzept erwartet, sollte lieber draußen am rheinufer in der sonne weiter flanieren. doch wer sich darauf einlässt, ist hinterher überzeugt, dass sich künstler selbst die scheußlichsten albtraumhaften räume einer stadt erobern können und daraus etwas zaubern, das man so schnell nicht wieder vergisst.

wdr3 – mosaik
friederike schulz
dudelsack – scottish art in the deutzer bruecke
the deutzer bruecke (deutz bridge) is one of the four bridges in cologne downtown leading over the rhine river. it is a rather plain beam-constructed bridge that one would hardly notice when walking by – what makes this bridge special is its interior. it is possible to walk inside the hollow concrete-body of the bridge. (…) a spooky space that has now been conquered by a group of scottish artists. their art-happening is entitled dudelsack and is supposed to show an unusual perspective of the deutzer bruecke to the the cologne people.
(…) graham maule is standing in the first section of the bridge and sings his song about the long journey across the river. the ceiling is approximately 3, 50 meters high, this section is over 100 meters long and the ground is curved corresponding to the structure of the bridge. there is nothing but concrete around the singer. and also the clattering of the tram on the bridge hardly fits the romantic melody. but this is exactly the idea of the dudelsack project: they want to confuse the visitor. graham maule, who has come here from endinburgh says, one is supposed to be pushed around between the noise of the streets above ones head and the art in the bridge.
"many people think one should better walk on a bridge rather than inside one. it is hard to imagine. it has a lot to do with the aim of many contemporary artists to try to get art out of the galleries back to the people. their art is supposed to make contact with everyday- people in their normal surrounding – like the bridge. the great thing for us artists is that we need to work closely together when putting up our works. this bridge-space is so obscure and has its very own rules. for us to succeed at all in doing this project we need to help each other."
(…) the exhibition opens on thursday. then the more than 400 meter long body of the bridge will be filled with installations, sculptures and mobiles. the red line: movement, water and the connection between two points – the bridge. Cologne artists have invited their colleagues from edinburgh to help breath life into the concrete-vault. while doing so, they don’t claim to represent the high end of either edinburgh or cologne contemporary art. the objects may occasionally be absurd – existing only to amuse the visitor.
already wolfgang stöcker’s work "shrine on wheels" makes this visit enjoyable. the cologne based artist is proudly dragging the colorful relic-box from one place to another. it reminds one of the bone-box for the mortal remains of the three holy kings that rests in the cologne-cathedral – but it doesn’t have anything to do with that.
(…)
the visitor must be careful not to stumble over some of the artwork that sometimes is only revealed as art on second sight. for example bathtub-plugs that are spread on the floor. Only when watching closely one will find that they correspond to the images that are spray-painted on the walls – drains for all the dirt-water that is let out into the rhine-river every day.
a dancing-sequence about the middle-east-conflict, with the artist John farrugia singing a self-written rap song is eerie and somewhat out of this world. in his performance there is a Palestinian on one side of the bridge and an israeli on the other – with neither of them wanting to cross the bridge.
all that under the dudelsack-motto … and with not a single dudelsack playing this exhibition has surely nothing to do with any of the clichés about scotland.
if one expects a logical, closed concept one should maybe rather stroll around up and down the rhine river. but he who opens up to this experience will realize that artists can conquer the most dreadful, nightmare-like spaces and work their magic to create something that one is bound to remember.

wdr5, scala
hanna immich
dudelsack
(...)
"es ist ja mitten im zentrum der stadt ein unort und ich glaube ja fest daran, dass von diesen unorten der blick auf das alltägliche leben ein anderer wird."
"man betritt wirklich unsicheres terrain, es gibt keine geraden winkel mehr. die brücke ist in sich auch schräg, also selbst der boden ist nicht glatt sondern gewölbt, die decke genauso.
450 meter lang ist er - der hohlkasten aus beton unter der deutzer brücke, der von einer Rheinseite zur anderen führt:
gleich am eingang stößt man auf ein lager von 10 niedrigen zelten - etwa einen meter hoch - aus halbtransparentem beigem stoff, die von innen gelblich beleuchtet sind. (...) der beklemmende eindruck eines kriegslazaretts lässt sich nicht ganz abschütteln.
"the sounds of the trains rolling over the head, the wheels going ping ping pong. and it sounds like some flying bird. it«s very, it feels very ordinary, because it«s just grey, dusty, concrete and it«s dark. but it seems to me, it feels like another world!"
in der mitte des ganges steht ein riesiger kasten aus blauem plastik, der oben offen ist. er ist teil der arbeit von graham maule und sandra collin.
"it has the dimensions and proportions of a container. such as fruits or cookers or some sort of things will bei transported from one part of the world to another."
(...) transport, migration und fremdheit sind die themen der beiden schottischen künstler. ein schmaler weg, der von zwei etwa 1,60m hohen holzwänden begrenzt ist, führt zum zweiten teil der installation: auf dem boden liegen auf zweige aufgespießte kartoffeln. die arbeit heißt maris piper- der name einer britischen kartoffelsorte:
"we«re interessted in the idea, how something which is foreign or strange, or in human terms an immigrant, a foreigner, can come.. and initiially there is a great resistance of fear against things that are strange and foreign but after a while, these things become very natural."
die idee für das schottisch-deutsche kunstprojekt hatte joachim Römer vor einigen jahren gemeinsam mit der schottischen künstlerin elizabeth ogilvie. 2003 konnten sie erstmals ein ähnliches projekt realisieren - ebenfalls in der deutzer brücke - mit dem titel "spaen" (etwas überspannen)...
schottische künstler in einer brücke auszustellen, die über den Rhein führt, mag für hiesige ohren ungewöhnlich klingen. joachim Römer weißt daraufhin, dass die menschen jenseits des ärmelkanals ihre eigene vorstellung vom berühmtesten fluss deutschlands haben:
"..., dass diese Rheinromantik eigentlich von den briten erfunden worden ist, die auf ihren Reisen im ausgehenden 18. und frühen 19. jahrhundert auf ihren Reisen nach italien halt hier durchgekommen sind und dann ein stück weiter oberhalb von köln die burgen, die steilen hänge und den fluss dann wirklich auch als dichter das wirklich aufgeladen haben romantisch."(...)
schwarze Ölfässer türmen sich zu einem etwa 4 meter hohen unregelmäßigen stapel auf - wie überdimensionale büchsentürme auf einem jahrmarkt. mehrere künstler trommeln mit bloßen händen auf den fässern...
aber nicht nur fässer und metall erzeugen hier einen außergewöhnlichen klang. auch die stimme und der gesang des schottischen künstlers graham maule wirken beinahe sakral: die geräusche verschwimmen, ab und zu donnert eine straßenbahn über den köpfen hinweg.
die chinesin meng chang, die am college of art in edinburgh studiert hat, nennt ihre arbeit blue River.
ihr thema ist die verwirrung. "it«s all about how your mind is getting confused, about directions. so the big arrow is facing one way and the small arrows are facing different ways."
meng chan hat viele unterschiedlich große pfeile auf stellwänden, decke und wand der brücke geklebt, die in verschiedene Richtungen zeigen. dabei bezieht sie sich auf einen alten chinesischen volksglauben, dass man seinen feind am besten verwirrt, indem man ihm die falsche Richtung weist...
und in der tat: stellt man sich in die mitte der installation entsteht ein gefühl der verwirrung.
befremden aber auch verzauberung lassen sich bei einem gang durch die brücke nicht vermeiden - im gegenteil- sie sind sogar erwünscht...
alle installationen, die sich an diesem rauen ort ohne tageslicht aneinander reihen sind unterschiedlich.
dennoch entsteht der eindruck einer gesamtinszenierung, weil die verschiedenen stationen durch künstliches licht oder dunkelheit miteinander verbunden und in szene gesetzt werden.
tritt man wieder hinaus aus den pfeilen und geht weiter in dem brückenkörper - leuchtet - schon fast am ende des ganges - ein wunderschönes konstrukt aus tausenden von glitzernden schrauben und muttern, die an bindfäden hängen - "the nuts and bolts of it" von marie-lise lavoilette. "it's 800 bolts and about 1400 nuts, suspendes from the ceiling with bluetag and string. so it appears as though they are floating in the air. i was thinking about attraktion and separation, connection and deconnection. i felt bridges are often held together by knuts and bolts and we have an expression in english which says "the nuts and bolts" of it, wich means the crucks of the matter, or the essence of the matter, so i thought it would be a good matter for the bridge."
wdr5, scala
hanna immich
dudelsack
“it really is a sort of ‘antispace’ right in the centre of the city and personally i believe that from the perspective of those ‘antispaces’ the view on everyday life changes.”
“one really touches unknown ground, there are no right angles anymore. the bridge is crooket in itself, also, so even the ground isn’t even but curved – same thing with the ceiling.
450 meters it is – the hollow box made of concrete under the ‘deutzer brücke’ that leads the way from one side of the rhine-river to the other:
already at the entrance one encounters a camp of 10 low tents -- around 1 meter high – made of half-transparent beige fabric that are illuminated in a yellow light from the inside. (…) it is hardly possible to toss away the disturbing impression of a military hospital on a war-front.”
“the sounds of the trains rolling over the head, the wheels going ping ping pong. and it sounds like some flying bird. it’s very, it feels very ordinary, because it’s just grey, dusty, concrete and it’s dark. but it seems to me, it feels like another world!”
in the middle of the way there is a huge box made of blue plastic that is open on the top. it is part of the work of graham maule and sandra collin.
“it has the dimensions and proportions of a container. such as fruits or cookers or some sort of things will be transported from one part of the world to another.”
(…) transport, migration and alienation are the topics of the two scottish artists. a narrow path that is limited by two 1, 60 meter high wooden walls leads to the second part of the installation: on the floor there are potatoes that are run through branches. the work is called ‘maris piper’ – the name of a british kind of potatoe:
"we’re interested in the idea, how something which is foreign or strange, or in human terms an immigrant, a foreigner, can come.. and initially there is a great resistance of fear against things that are strange and foreign but after a while, these things become very natural."
some years ago joachim römer and the scottish artist elizabeth ogilvie developed the idea of doing a scottish-german artproject. in 2003, they did a similar project –also in the ‘deutzer brücke’ –entitled ‘spaen’ (to span) …
exhibiting works of scottish artists in a bridge spanning the rhine-river may sound a little odd to some ears. joachim römer stresses that the people on the far side of the ‘aermelkanal’ have their own ideas about the most popular river of germany:
“…, that the rhine-romanticism is an invention of the british who on their journeys at the end of the 18th, beginning 19th century happened to travel through germany on their way to italy. and they as the poets they were charged it romantically – the castles a little over cologne, the steep cliffs and the river.”
black oilbarrels build an almost four meter high pile – like an inordinately large pile of cans on a fair (carnival). several artists are drumming on them with their bare hands.
but not only barrels and metal create the strange sounds. the voice and the singing of the scottish artist graham maule almost sound sacred: the sounds mingle, once in a while a tram rolls by right over our heads.
the chinese artist meng chang that studied at the college of art in edinburgh calls her work ‘blue river’.
her topic is ‘confusion’. “it’s all about how your mind is getting confused, about directions. so the big arrow is facing one way and the small arrows are facing different ways.”
meng chang has glued many different sized arrows showing in different directions on the ceiling, walls and partitions. in doing so she refers to an ancient chinese belief that it is best to confuse the enemy by showing him the wrong direction…
and as a matter of fact when one comes to stand in the middle of the installation there is a sense of confusion.
disturbance but also enchantment are hardly avoidable when walking through the bridge –quite contrary – they are a desire result…
all the installations that stand in line in this rough space without daylight are very different from each other.
yet, there is an impression of a staging that seems to keep them together because the different stations are connected to each other and set in scene by artificial lighting or darkness.
walking away from the arrows and making ones way to the end of the bridge a beautiful glooming construction of thousands of nuts and bolts hanging on nylon strings comes to view. -- “the nuts and bolts of it”, by marie-lise lavoilette. "it’s 800 bolts and about 1400 nuts, suspended from the ceiling with bluetag and string. so it appears as though they are floating in the air. i was thinking about attraction and separation, connection and deconnection. i felt bridges are often held together by nuts and bolts and we have an expression which says "the nuts and bolts" of it, which means the crux of the matter, or the essence of the matter, so i thought it would be a good matter for the bridge."

dudelsack
von peter v. brinkemper
diese von elisabeth ogilvie und joachim römer betreute ausstellung präsentiert in der mehrzahl der 27 angekündigten vielversprechenden jungen künstlerinnen und künstler, zumeist aus schottland, und eine minderheit von gästen aus dem rheinland im innenraum der deutzer brücke in köln. aber nicht nur das, auch ein teil der edinburgher künstler stammt woanders her, aus japan, aus hiroshima, aus china, aus schweden, aus kanada und aus den usa. in insgesamt 20 kunststationen wird die deutzer rheinbrücke einmal mehr vor ort gestaltet, vermessen, justiert – in einer phantasievollen vielfalt verschiedenster installativer formen, die beeindruckt, zumal, wenn von arbeit zu arbeit andere ideen, themen, konzepte, formensprachen und zeit- und raumbezüge angesprochen sind und dabei durchgängig die sensibilität fasziniert, mittels derer einer kunst, die verbindet, übersetzt und überbrückt, ausdruck verliehen wird. die schottisch-rheinische bezeichnung dudelsack mag humoristisch gemeint sein: ein sack aus pfeifen, der allererst aufgeblasen werden muss, damit die musik daraus ertönt und die kunst klingt. machen sie sich keine sorgen, in dieser ausstellung ist alles straff gezogen wie eine harfe und die brücken-ouvertüre zur rhein-kunst kann beginnen. und dies sei nicht vergessen: es waren schottische und englische dichter, künstler und philosophen, die seit im 18. und 19. jahrhundert den rhein und seine romantischen stellen besuchten, besangen, beschrieben und bebilderten.

1 ettie spencer · shadow land – schattenland
wiederholt hat sich ettie spencer mit der migration, der sozialen und politischen flucht, beschäftigt, der freiwilligen oder erzwungenen bewegung von ethnien über die bisherigen grenzen hinweg, der zerstreuung des vertrauten und der suche nach einem neuen ort, die oft in einem unterwegs und einem niemandsland der unorte endet, das keine ankunft mehr kennt. am beginn der ausstellung sehen wir eine modell für diesen zustand, halbdurchsichtige, vor sich hinglühende zelte mit schemen, die menschen oder ihre habseligkeiten sein können.

2 aimee bogacz & gemma coyle greifen in "zwei kölsch bitte" spontan die ikonografie der kölner hänneschen-puppen und des kölner karnevals auf, um ihnen die eigenen, natürlich mit einem kilt versehen konterfeis ihrer visitenkarten hinzuzugesellen. ihre "stabpuppen"-versammlung lässt auf diese weise eine interkulturelle begegnung zwischen formen des humors entstehen, des schottischen, der bekanntlich keineswegs geizig ist, und des ebenfalls knapp-lakonischen, aber üppig-derben spaßes der rheinischen domstädter, die schon viel wasser den rhein entlang haben fließen sehen. ein stück spaßige lost in translation.

3 john farrugia wird uns an kleinen sitzgruppen-modellen mit den alten zeichen des deutschen reichs-ritter-kreuzes und des türkischen halbmondes eine politische und kulturelle performance präsentieren, in der sich aktuelle barbecue-assoziationen, eishockey-konfrontationen und historische reminiszenzen der kreuzritter-zeit überschneiden.

4 asuza sakata hat sich intensiv mit architektur beschäftigt und wird anhand von der decke schwebenden farbansammlungen, die wie schwimmende lotosblüten anmuten, die macht der gravitation demonstrieren: die schwerkraft zieht die zum teil erwärmte farbe hinab und läßt uns in einer art von unterwasserspiegelung an phantastische pflanzen- und wurzelformen denken, die wie moderner abstrakter expressionismus ihr wurzelwerk-drippung bis zum boden hin ausbreiten. eine metapher der fruchtbarkeit der natur, die ihre samenkräfte tief in den urgrund lagert, aus dem neues entstehen mag.

5 ross inglesons "brücken bombe" ist eine überzeugend martiallisch wirkende, allerdings friedlich bleibende installation, deren heißes ende jederzeit und überall wirklichkeit werden könnte, nicht erst seit 9/11. explosive fässer und eine vor sich hinblinkende zündanlage sind genau an dem ort gebündelt, an dem sich die offizielle sollbruchstelle der brücke (aus dem 50er jahren) seit ihrer verbreiterung 1976 über die alte metallkonstruktion hinaus durch den neueren spannbeton befindet. im ernstfall würden zivilschutz oder militär gleichfalls an dieser stelle sprengen, um den feind, der keine luftwaffe hat, eine zeit lang aufzuhalten. eine alte römisch-germanische taktik also. der unversöhnliche kommentar des künstlers in unseren terroristischen zeiten: ‚die zerstörung einer gesellschaftlichen infrastruktur erlaubt es dir, die initiative zu ergreifen, die kontrolle über die jetzt verfügbare macht auszunutzen. was du mit dieser macht und verantwortung tust ist in deiner hand.’
6 pierre galic und sebastian karbowiak haben das erste zwischenportal des innenraums der brücke konsequent genutzt: auf der wand stehen die buchstaben des alphabets und ziffern, sowie eine kodierte botschaft in roten und weißen kreidezeichen. insgesamt ein installatives modell für kunst als ein bild, das aufmerksam betrachtet, decodiert und gedeutet werden will. an einem bestimmen ort ist durch ein vorgebohrtes loch der betonwand eine schnurtelephon-leitung gelegt, von der rückseite der wand kommt aus einem eingekästelten sender eine botschaft in gesprochenen zahlen. die temporale punktualität der hörbaren botschaft steht wie die bildröhrer des tv vertikal zur bildachse des installationsportals. bildwelt, botschaft und code formieren sich zu einem, tatsächlich entschlüsselbaren system – eine informationstheoretische allegorie der kunst und ihrer rezeption als sendung und empfang, als prozess akustischer oder digitaler überbrückung.
7 joachim römers "rheinische luftschiffe – tartanversion"
greifen das treibgut des rheines auf: aus den verschiedenen fundstücken, angeschwemmt am flussrand, hat er unmögliches, abweichendes, skurriles und groteskes material, im tartan-muster des schottenrocks zusammencollagiert, z.b. ein pistolen-bewehrtes spielzeugschiffchen, einen von haushaltsgegenständen durchwirkten mann-frau-katamaran und andere imaginäre oder reale segelboote und fahrzeuge. sie alle schweben regungslos – in acryl geweißt in einer aquariumsförmigen installation, die durch fließend bewegtes licht und ein flussförmiges langwort-textband die illustrative illusion eines unterwasserstummfilms einer guten alten zeit abgibt, deren romantik dem vater rhein in unserer zynischen epoche längst abhanden gekommen ist.

8 wolfgang stöckers "wagen für brücken" ist ein längliches vehikel, das wie ein profaner und durch einen schaufelknauf wie eine karre anhebbarer schrein wirkt – entstanden aus rohem, bereits durch viele ausstellung erprobtem und genarbtem holzmaterial: das gefährt wird mit steinen beschwert und das normale traum-körper-gewicht des künstlers haben. der besucher wird zum transport des werkes verführt, zu einer ortsveränderung der kunst und eines gewichts, das den künstler in seiner physischen schwere verkörpert. eine verblüffend elementare und dabei ungewöhnlich interaktive arbeit.

9 sandra collins & graham maule stellen die entwicklung der zivilisation nicht unbedingt als fortschritt dar, weil diese sich selbst kaum als einen konsequenten und humanitären progress manifestiert, sondern immer wieder von ausgrenzung, barbarei und rückschrittlichkeit durchzogen ist. in drei niveaus, zu "ebener" erde, in halber höhe und schließlich über die menschliche körpergröße hinaus ist eine passage zu begehen und zu erleben: zunächst eine mit kartoffeln bestückte bahre, eine art natürliche, übergroße leiter am boden, die völlige betrachtungs- und bewegungsfreiheit impliziert. sodann mit jute verkleidet eine engführung durch ein beidseitiges geländer, das den gang und blick des besuchers in eine bestimmte richtung lenkt. und schließlich als ein schon aus der ferne anziehendes, geometrisch erhabenes gebilde, ein blauer, mit plastik verkleideter kubus, ein container, der von nahem die blicke abweist und die physische annäherung unmöglicht macht. eine allegorie auf die ortlosigkeit der heutigen markenprodukte und der dahinter stehenden konzerne?

10 paulina sandberg nennt ihre installation: "who’s clip clopping over my bridge?" ("wer trippelt über meine brücke?"). ihr thema ist die grenzscheide von zivilisation und natur, die unerwartete begegnung von tier und mensch. in lebensgroßen schattenrissen im gegenlicht treffen wir auf die magie der kreaturen, mit deren spuren und schäden wir auch in den städten oft unverhofft zusammenprallen. so erleben wir den schauder einer kreatürlichkeit, die uns im zwischenmenschlichen bereich oft durch zivilisatorische rhythmen und gewohnheiten abhanden gekommen ist. paulina läßt dazu wundervoll authentische, dabei fragmentarische geschichten erklingen, in denen vom schauder, von der gänsehaut in der begegnung mit den fremden arten die rede ist.

11 carolyn gates stellt in einer serie von innen beleuchteten, vor sich hinglimmenden handtaschen die begehrlichkeiten des (weiblichen) lebens vor.

12 marietta schwarz vollzieht in ihrer doppelmonitor-installation den gang durch das noch unbebaute und einsame raumlabyrinth der deutzer brücke in einer selbstgedrehten videoinzenierung nach. ein kind pfeift sich dabei eine melodie wie im keller, als es noch weckgläser und kohlen zu holen gab.

13 takahiro iwasakis "artificial domain" ("künstlicher bereich") ist eine imposante rekonstruktion des urbanen modells einer megacity, einer riesenmetropole aus internationalem verpackungs-abfall zwischen edinburgh, japan und köln. entstanden ist ein wolkenkratzer-zentrum mit auslaufenden vororten, dessen auratische silhouette aus der ferne seltsamerweise wie erhabene architektur wirkt. von nahem mutet er wie das intensiv mit werbung beschriftete japanische großstadtbild an, aber auch wie eine ansammlung von abtransportierbarem verpackungsmüll – flankiert von den naturschönen symbolen der mit dunkler tinte gespiegelten wasser-grafik und dem weiß bemalten ästen, die die energieadern und verkehrsverzweigungen unseres planeten symbolisieren.

14 sharon tooveys "flow" ("fluss") zeigt in den am boden liegenden rahmenlosen rundspiegeln und ihren gelegentlichen splittern, die spannung von beharrlichkeit und veränderung auf: salz und feuchtigkeit verändern die reflexion des glases und der reflexe an der decke. die konstanz der bildlichen verdopplung ist nur scheinbar, in wahrheit ergibt sich ein sensibler übergang, eine einschleichende transformation der wahrnehmung: "in allen dingen, groß und klein, ist die gesamte natur verflochten mit den völlig durchdringenden rhythmen und bewegungen, und gestalten die durch ihr zusammenspiel entstehen." (aus "sensitive chaos", von theodor schwenk)

15 robin arsenault hat eine großbuchstabige schrift mit dunklen lettern im schnittigen ninja-stil an die zweite durchgangswand des brückeninnenraums geheftet. gehalten, ja geradezu umzingelt und aufgespießt von holzlatten (statt der untersagten nägel) bekommt die botschaft, der imperativ "lunge forward", vorwärts zu stolpern und zu hasten, eine widerspruchsvolle, bedrohliche und paradoxe note, in der demonstrativen erstarrung und verräumlichung der dynamik an der schranke des betons. den künstler erinnert diese formation an die reliquie einer prozession, einer demonstration, oder vielleicht eines gemeinschaftlichen aufmarsches.

16 meng chang hat – auf der anderen seite – das motiv des pfeiles, des projektils, als richtungs- und wegweiser in einem spielerisches und multidimensionales panorama verarbeitet. die pfeile haben nur in bestimmten sektoren oder abschnitten eine bestimmte zeigefunktion, die aber im folgenden bereich schon wieder zurückgenommen wird. so zeigen manche in dieselbe, andere in verschiedene oder gegensätzliche richtungen. es gibt schwärme von pfeilen, wie zugvögel oder fische, die entweder individuell und damit unregelmäßig orientiert sind, oder sich von gruppe zu gruppe gleichförmig in eine andere richtung strecken. so entstehen verschiedene pfeilfamilien, die gegeneinander anzeigen oder anschwimmen, ja sogar wie ein tapetenmuster auf großen, ihrerseits pfeilförmig gestalteten tableaux haften, die wiederum wie pfeilflugzeugträger völlig divergente richtungsachsen ansteuern. auf diese weise entsteht ein vielseitig trudelnder tanz der richtungen, ein strudel von orientierungen und desorienterungen, die allesamt ein bildnerisches, halbplastisches ambiente, eine durchlöcherte hohlwelt einkreisen.

17 keeli engels "down the drain" ("den abfluß hinab") versammelt auf von hinten erleuchteten bannern eine serie von unterschiedlichen motiven von abflusskappen. alltagsikonen aus deutscher und schottischer produktion. in der monumentalisierenden vergrößerung der fotomotive und ihres drucks auf transparentbögen produziert keeli engel ein ökologisches symbol für den natürlichen transport und die künstliche kanalisation vor den entsprechenden brückenrohren. der mensch schafft sich ein system zwischen lebensnotwendiger versorgung, verschwendung, und schädlicher verschmutzung.

18 linda mathesons "public service/ public nuisance" ("öffentlicher dienst/ öffentliches ärgernis") steht im zusammenhang mit früheren arbeiten in und zu baufälligen und vernutzen räumen sowie den entsprechenden spuren der menschlichen aktivität vor ort. in diesem falle kommentiert sie ihre bisherigen projekte durch desplazierte scherenschnitte von engeln, die als zusammengestauchte und verzerrte graffiti-motive an den rohrsystemen und betonaußenwänden der brücke vor sich hinschmoren, als wären sie aus dem himmel, dem sakralen raum in eine andere art von container-hölle verstoßen worden. subtil reflektiert sie damit den ästhetischen standort des betrachters, unsichtbar, fast körperlos schwebend über dem rhein und doch eingefangen in einem lichtlosen verließ, das keine verklärung zulässt.

19 louise fraser spielt mit den unmerklichen veränderungen, den kaum wahrgenommenen eigenschaften unserer allernächsten umgebung. in voller ausnutzung des festen architektonischen scheins des elastischen spannbetons konstruiert mit völlig fremden mitteln drei massive im raum stehende säulen. bei näherer betrachtung erweisen sich diese als dünnwandige geschöpfe, ja paravents aus papier. auch wenn einem dies auf den zweiten blick hin bewusst ist, bleibt die faszination der festigkeit und wuchtigkeit des optischen anblicks. während sich die erste säule noch in voller rundung präsentiert, wird der schein der massivität den folgenden objekten entblättert, bis aufs nackte gerüst.

20 satoko kiuchi arbeitet an einer wand der fragilen erinnerungen durch schrift, text, grafik und fotografie. sie selbst taucht auf einer großformatigen landschaftsaufnahme als eine kleine figur im kalten flusswasser unter einer alten brücke von edinburgh auf. dieselbe position wäre im ungleich tieferen rhein nicht möglich. dazu wirkt die hochsäulige steinbogenbrücke fast wie das industrielle äquivalent zur kirchenruine aus tarkowskis film “nostalghia”. eine reflexion des unbewußten, des selbst nicht überbrückbaren, eine kontrapunktische spiegelung unserer rezeptiven, bewußten anwesenheit hier auf diesem gebilde der technik und der kunst, den übergang, den überweg und die übersetzung ins andere noch einmal zu schaffen und nicht in den fluten der erinnerung zu versinken. in einem von ihr zitierten motto heißt es schmerzlich: "erinnerungen sind wie unterteilte zellen, die man mit dem auge nicht sehen kann. ich möchte erinnerungen sammeln, die sich in der stadt ansammeln. die erinnerungen ändern sich wie ein strömender fluß. der betrachter wird zum bestandteil dieses flusses."

21 marie –lise lavoilette · "the nuts & bolts of it …" ("das a und o")
die künstlerin läßt zahlreiche muttern, unterlegscheiben und bolzen wie explosionswolke von der decke hängen. die faszination dieser dichten hängung: jedes detail zieht den blick an, das auge focussiert sich auf vorder-, mittel- und hintergrund, jedes teil kann gescannt werden, man hat den eindruck, die zeit hält im raum den atem an. und doch bewegen sich die einzelnen objekte unmerklich von den vibrationen der brückenverkehrs, dem luftstrom über dem rheinwasser und im betoninnenraum. durch die bodenschräge scheinen die schnüre wie durch einen riesenmagneten in die schieflage zu geraten. eine installation, die die destruktion, der zerlegung der einzelteile andeutet und zugleich einfriert, in einem bild der dekonstruktion anhält, es dreidimensional begehbar macht, in einem skulpturalen matrix-effekt, der eine analoge antwort zu den effekten des gegenwärtigen digitalen kinos ist.

22 karen brenneman & ben tibbetts · "monster in the mountains" ("monster im gebirge")
am ende des kunst-brückeninnenraumes hängt ein schwarz-weißes gebirgsfotopanorama, auf dem mit hilfe von rückseitigen magneten die logos von kampfhunden angebracht sind oder weitere angeheftet bzw. verschoben werden können. die unberührte erhabene natur wird mit den warn- oder droh-signets der zum teil künstlich gezüchteten kreaturen bevölkert. auf diese weise entsteht eine art interaktiver bio-tourismus in einem nicht mehr kontrollierbaren erlebnis- und menschenpark. wer wird die nächste züchtung sein? wir oder die anderen?

dudelsack
dr peter v. brinkemper
twenty young artists from scotland and a number of guest artists from the rhineland have installed this exhibition, dudelsack, in the inner chamber of cologne’s deutzer rheinbrücke.
many of the edinburgh based artists hail from elsewhere - japan, china, sweden, canada and the usa. over a total of twenty art installations display an impressive diversity of concepts, language of forms and
relationships of time and space. it is fascinating to observe the artists’ understanding and their ability to connect, translate, and bridge within their art.
strong artistic links were forged between the two countries in the past when scottish and english poets, artists, philosophers of the 18th and 19th centuries visited, sang and wrote about and painted the rhine
and it’s romantic locations.
the scottish-rheinisch term dudelsack may well be used with a sense of humour: a bag of pipes which first has to be blown up so that it can make music and sound melodious. however, do not worry! in this
exhibition the strings are held tight and taught [taut] as those of a harp. the brücken-ouverture, the opening of the bridge exhibition, may now commence.

1 ettie spencer · schattenland - shadow land · light weight tents · size variable
ettie spencer is currently researching the topic of migration, the social and political flight, the free or forced movement of ethnic groups beyond existing borders and boundaries. their search for a haven often results in displaced people in abeyance, in a no-man’s land. this installation placed at the very beginning of the exhibition depicts such a state with semi-transparent, quietly glowing tents showing shadowy images which might be people or their meagre belongings.

2 aimee bogacz & gemma coyle · zwei kölsch bitte – two cologne beers please · paper, card, timber · size variable
in their installation they have spontaneously adopted the cologne hännesche puppets and the cologne carneval by adding to them their own business cards with, of course, kilted images. the assemblage of stick puppets creates an intercultural meeting of forms of humour - that of the scot, who, as we know, is by no means mean, and the tersely laconic yet generously earthy sense of fun of the citizen of the cathedral city on the rhine, who has seen the water flow down the river many times. a light-hearted piece reflecting ’lost in translation’.

3 john farrugia · untitled · size variable
his small seated groups of models display the age-old symbols of the reichs-ritter-kreuz (the order of the knights of malta) and the ottoman crescent moon presenting us with a political and cultural performance in which topical barbecue associations, ice hockey confrontations and historical reminiscences of the age of the crusades overlap.

4 asuza sakata · floating flower · therapy putty, wire netting, chicken wire · size: approx. 300x300x300cm
asuza sakata is a young architect here demonstrating the power of gravitation by means of collections of coloured clay suspended from the ceiling, reminiscent of swimming lotus blossoms: gravitational forces pull the partially warmed material down and in a sort of underwater mirror effect makes us think of fantastic plant and root shapes which as modern, abstract expressionism spread their rootwork dripping right down to the ground. it is a metaphor of fecundity of nature storing the power of her seed deep in primeval soil ready to bring forth new life.

5 ross ingleson · brücke bombe – bridge bomb · oil drums, led lights · size variable
this is a convincing martial-like yet peaceful installation with the potential of a fiery end - and not only since 9/11. explosive vats and a sparking ignition device have been gathered directly over the spot of the official sollbruchstelle, fracture point of the bridge (built in the fifties) and extended in 1976 beyond the original metal construction by a more recent pre-stressed concrete one. in an emergency, civil defence forces as well as the military, would blow the bridge up at this point to delay an enemy without aircraft for a while. this is an ancient roman-teutonic strategy. the artist’s uncompromising commentary in our time of terrorism: "the destruction of a society’s infrastructure allows us to seize the initiative to take control over the power available now. what you do with this power and responsibility is yours to decide".

6 pierre galic and sebastian karbowiak
have realised the potential of the first intermediate entrance of the inner hall of the brücke. on the wall we read the letters of the alphabet and figures as well as an encoded message in red and white chalk. it is an installation model expressing art as image, an image which has to be fastidiously observed, decoded and interpreted. at a predetermined spot, a telephone cable emerges from a drill hole in a concrete wall from the rear of which a boxed-in transmitter sends a message of spoken figures. the punctiformity in time of the audible message is placed vertically to the image’s axle of the installation portal, just like the picture tube of a television set. a visual world, message and code come together into a system which actually is decipherable – an it allegory of art and its reception as transmission sent and received, as a process of acoustic or digital bridging.

7 joachim römer · rheinische luftschiffe – tartan* version.
this installation is constructed from the flotsam and jetsam found washed onto the shore of the rhein. römer has produced a collage in the image of the tartan kilt from impossible, diverse, ludicrous and grotesque material. for example, he creates a small toy boat bristling with guns, a man-woman-catamaran interwoven with ordinary household objects and other real or imaginary sailing boats and vehicles.they are all suspended, motionless, in whitened acrylic in an aquarium shaped installation. by means of flowing light and a river-shaped ribbon of long words he creates the visual illusion of an underwater silent film, the romanticism of which our father rhine has long lost in our cynical times.

8 wolfgang stöcker · wagen für brücken – vehicle for bridges
this is a longish vehicle giving the impression of the profane because of its palmed handle, a chest ready to be lifted like a cart – made from unworked, rough wood that has been tried, tested and scarred in many exhibitions. the vehicle is weighted down by stones to produce the standard body weight of the artist. the visitor is tempted to move the work, to change its location, and shift one of the weights which embody the artist in his physical heaviness. a bewilderingly basic and yet unusually interactive work.

9 sandra collins & graham maule · maris piper · 4m x 1m x 5cm; 6m x 3m x 1m; 8m x 2m x 2m · potatoes, wood, castors, jute, plastic sheeting
these artists do not depict the developing civilization as progressive. they see contemporary society to be lacking in purpose and humanity and again and again marked by discrimination, barbarity and regression. the sequence of objects moves through three levels, ground level, half-way up and finally beyond body height is a journey or path to be walked along and experienced: first a barrow of potatoes, a sort of natural oversized ladder on the ground implying total freedom of observation and movement. then, clad in jute, part of a passage narrowed by rails either side acts to guide the visitor’s view and progress in a particular direction. and, lastly, a blue plastic coated container, geometric in form and which has already attracted the viewer from afar, refuses close inspection and physical approach. an allegory of the anonymity of today‘s branded articles and the multinationals behind them?

10 paulina sandberg · who’s clip clopping over my bridge? – wer trippelt über meine brücke? · card, paper
size variable
her subject is the borderline between civilisation and nature, the unexpected encounter of animal and man. life-size silhouettes show us the magic of the natural world, with traces and damage which we are often confronted with unexpectedly, even in the city. thus we experience the quiver of nature which in our human interaction we have almost lost through the pace and habits of contemporary life. as accompaniment to her installation, paulina has sound fragments of wonderfully authentic stories which tell of shivers and goose pimples when meeting strange and unfamiliar kinds of creatures.

11 carolyn gates
uses handbags lit from inside and gently glowing to present the desirability of (a woman’s) contemporary consumer life. her logo, lucky bag confronts the viewer with the question of lifestyle and happiness in our times of singularity and mobility. the handbags turn out to be means of transport in the material, and post materially motivators between signature pure and hoped for success.

12 marietta schwarz
with her double monitor video installation recreates the walk through the empty and forlorn labyrinth of the deutzer brücke. a child whistles a melody as if coming up from the basement in the days when we still kept preserves and coal.

13 takahiro iwasaki · artificial domain · twig, waste packing materials · dimensions variable – waste packing approx 6000x6000x1500cm; twig approx 4000x3000x20cm
artificial domain (künstlicher bereich) is an impressive reconstruction of the urban model of a mega-city, a super giant metropolis between edinburgh, japan and cologne consisting of waste packing materials from all over the world. it resembles a series of skyscrapers with precincts and suburbs, the silvery silhouette which, seen from afar, appears strangely like grand architecture. at closer proximity, it reminds one of the image of a japanese city, plastered with advertising, but also of a collection of rubbish packing material ready to be taken away - and flanked by the beautiful symbols of nature, the water graphic mirrored with dark ink and the white-painted branches which symbolise the energy courses and traffic movements on our planet.

14 sharon toovey · flow · mirrors, salt, water and light · size variable
flow (fluss) with the unframed round mirrors and their occasional splinters on the floor, demonstrates tension between permanence and change: salt and moisture change the reflection of glass and thus those on the ceiling. the constancy of the double image is illusory; a truly sensitive work, gently transforming our awareness: ”in all things big and small, nature is intertwined with the rhythms and movements that penetrate her completely and create forms by their play.” (from ”sensitive chaos” by theodor schwenk)

15 robin arseneault · lunge forward and back · 8.5m x 3m x 5m · cardboard, paint, wood, light
this artist attaches a large, dark lettered script in ninja style to the second passage wall of the inner hall of the brücke. precariously balanced and encircled by timber stakes the message 'lunge forward and back,' acquires a contradictory, threatening and paradoxical tone in its declaration as it absorbs into the concrete space. this formation reminds us of the relics of a procession, a demonstration or perhaps a community march.

16 meng chang
meng chang, on the other hand, uses the subject of the arrow, the projectile, as a pointer, in a light-hearted, multi-dimensional panorama. only in certain sectors or passages do the arrows have a pointing function which is then removed in the next. there are flights of arrows, like birds or shoals of fish, which are placed individually, i.e. irregularly, or others, in groups, which evenly head in another direction. she has arranged varying families of arrows which point to or swim towards one another, even sticking like wallpaper patterns to larger arrow shaped tableaux in their turn travelling in quite diverging directions like arrow-craft carriers. a whirling dance of irections ensues, a whirlpool of orientation and disorientation, all surrounding a visual, semi-plastic ambiance, a perforated hollow world.

17 keeli engel · down the drain · size 15m x 1m · paper, printed image
down the drain (den abfluss hinab) displays banners lit from behind, a series of varying subjects of drains, everyday icons of german and scottish production. enlarging her photographic subjects to monumental dimensions and printing them onto transparencies, keeli engel produces an ecological symbol for natural transport and artificial canalisation in front of the respective bridge pipes. man creates for himself a system balancing between supplies necessary to sustain life, waste and damaging pollution.

18 linda matheson · public service/public nuisance (öffentlicher dienst/öffentliches ärgernis) · paper · size variable
this installation refers to earlier works on the subject of dilapidated rooms and the respective traces of man’s activity there. in this installation she comments on her projects so far by displaced silhouette paper cuts of angels who as squashed and distorted graffiti designs on the pipe systems and outer concrete walls of the brücke, smoulder gently as if they had been thrown from heaven the sacred space, into another kind of container hell. subtly, she reflects the aesthetic standpoint of the viewer, invisible, almost bodyless, suspended over the rhine and yet caught in a dark tunnel which has no daylight.

19 louise fraser · untitled · paper, timber · size variable
this artist plays with imperceptible changes, which are the features of our closest surroundings and hardly ever noticed. exploiting the firm architectural appearance of the elastic pre-stressed concrete to the fullest, she constructs three massive standing columns using totally unusual materials. on looking closer, they are thin-walled creations of paper. even if you notice this fact on the second glimpse, the fascination remains of the illusion of firmness and solidity. while the first column is fully rounded, the appearance of solidity of the following objects is gradually peeled away - right down to the bare skeleton.

20 satoko kiuchi · untitled · paper, pencil · size variable
satoko kiuchi constructs a wall of fragile memories using script, text, graphics and photography. she herself appears in a large landscape, a small figure in the cold water of the river under an old bridge in edinburgh. in the very much deeper river rhine this would not have been possible. in addition the stone arch bridge with its tall columns is the industrial equivalent to the church ruin in tarkovski’s film nostalgia, a reflection of the subconscious, impossible to bridge on your own. a motto she cites with sadness says: ”memories are like cells divided, impossible to see with the naked eye. i would like to collect memories which come together. they change like a flowing river. the viewer becomes part of this river.”

21 marie-lise lavoilette · the nuts & bolts of it … (das a und o) · steel, nylon · size variable
the artist suspends numerous nuts and bolts and washers from the ceiling like the cloud of an explosion. every detail attracts the eye, focusses it on foreground, centre and background in this fascinating, dense hanging installation. while scanning every item, the viewer has the impression that time inside the room has stopped. yet the individual objects are moving ever so slightly with the vibration of the bridge traffic and the current of air over the rhine and inside the concrete room. the sloping floor makes the hanging appear as if pulled out of the horizontal by a giant magnet. it is an installation hinting at the destruction, the break-down of each piece. at the same time, it freezes into a stillness of deconstruction, rendering it accessible in three dimensions, in a sculptured matrix effect.

22 karen brenneman & ben tibbetts · monster in the mountains (monster im gebirge) · magnets, paper, card - interactive · size 2.50 x 0.50m
at the end of the art-brücke inner hall we see a black & white panoramic photo of mountains on which the logos of fighting dogs have been fixed by magnets from the back; more can be added or they can be moved. untouched sublime nature is being populated with the warning signs and threats of these creatures, some bred artificially. the result is a kind of interactive eco-tourism in an activity and people park that goes out of control. who will be the next breed?

   
startseite
aktuell
projekte
ausstellungen
video
texte
vita
kontakt