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texte · text / rotraum · red room

fotos: peter bach

rot raum
jedes jahr in der ersten augustwoche singt jeder verfügbare raum in pittenweem den blues. ganze häuser, eingangsräume, flure und sogar schränke sind angefüllt mit dem blues in dem pittoresken kleinen fischerdorf an der schottischen ostküste. massen von blues-liebhabern kommen, tausende zugleich, fallen ein in den ort, cool, berechnend, begehrend. jedes begehrte stück blues wird mit einem aus einer flut von kleinen roten punkten belohnt.
der blues meint hier jedoch nicht die (wunderbar bewegende und gefährliche) musi-kalische erfindung von unterdrückten schwarzen. dieser blues ist der ästethisch ge-fällige und abgesicherte, meist technisch vollendete blues der gemalten seestücke. seestück auf seestück gemalt von fast ausnahmslos komfortabel lebenden weissen.
die feier des blues rund um diesen kleinen hafen an der östlichen spitze von fife boomt, wächst von jahr zu jahr.
und nun, in diesem jahr, stellt sich von der anderen seite der nordsee ein unkomfor-tabler gast ein, joachim römer. er singt nicht den blues, das blaue von himmel und meer, er sieht rot (nicht das kleine-rote-punkte-rot).
joachim, ein-nicht-so-betrunkener-fischer-seemann (a not-so-drunken-fischerman-sailor) segelt ein in den haven – sein herz auf der zunge tragend. er bedeckt boden, wände und decke eines einfachen, 4x3x2,2m grossen raums in einem einfachen, alten cottage an der östlichen seite des hafens mit müll. treibgut. abgebrochene pupenköpfe und -beine. angegriffene reinigungsflaschen. weggeworfene spielzeuge, dildos, unde-finierbare kunststoffteile. all das stammt nicht von schottischen stränden, obwohl es uns nicht unbekannt vorkommt. er bringt es von den ufern des romantischen rheines (es waren u.a. schottische reisende, die die rheinromantik mit "erfanden".). er bringt es vorsichtig, sicher und wohldurchdacht verpackt. ausgestellt wird nicht die gleichgültigkeit, mit der diese dinge einmal von menschen benutzt wurden. beladen mit ihrer traurigen, einsamen und vergessenen reise durch den fliessenden abfalleimer fluss, werden sie nun ruhig und voller erbarmen in einen sicheren hafen gesteuert, zu zuversichtlichem andenken.
es wurden keine blauen gegenstände gesucht (blau = bezaubernd, tröstlich, ästhe-tisch), sondern rote (rot = beunruhigend, verwirrend, un-ästhetisch). eine ganz andere art des blues.
"etwas ganz anderes" lautet der kommentar vieler besucherinnen und besucher auf der schwelle zum abgedunkelten rot raum. eine spontane, banale wie klischeehafte und gleichzeitig eine zutiefst zutreffende reaktion von nicht in der vermeindlich kultivierten sprache der kunstwelt geübten seelen. eine reaktion > auf die überschbrodelnd schöne hässlichkeit von tausenden plastikfragmenten und -objekten > auf die verrückte über-zeugung, kunst, schönheit und wahrheit seien schwer fassbar > darauf, dass sich hier die realität dem gewohnten blick entzieht > auf den verdacht, dass wirklich wertvolles nur noch an den unwahrscheinlichsten orten unauffindbar ist > auf die ruhige hingabe an eine vision, die sich auf das unscheinbare, verlorene, vergessene besinnt.
die gewohnheiten und voraussetzungen der welt werden auf den kopf gestellt. die frei-gelegten fundamente erweisen sich als auf wässrigem und unstetem grund errichtet. der schaden ist angerichtet und nur der schaden kann uns erzählen wo heilung, wo rettung zu finden ist; die ausgesprochene botschaft von heilung muss nur gehört werden.
die einrichtung des rot raums zwingt die eintretenden zu einer reise in eine welt, deren existenz heute gerne verdrängt wird. eine reise in die allgegenwart eines eisigen tech-nologisch erzeugten tsunami vor dem ausbruch. die betrachtenden werden in einen raum der widersprüche hineingezogen, zwischen faszination (diese höhle des über-flusses von seltsam schönen, juwelenartigen schätzen) und stinkender seuche (dass diese wertlose, virusgleiche plage eine welt der achtlosen jagd, dem vorsätzlich igno-ranten hohelied des konsums der lorely über den felsen folgend).
der rot raum zwingt die eintretenden in einen raum der spannung, zwischen ekel (über unsere beteiligung an dieser destruktivität; ein von uns aus unseren alltagen ver-banntes wissen) und freude (wenn wir unser misstrauen wiederentdecken, dass zweck-freies, fröhliches, wunderbares und sorglos unschuldiges sein zum greifen nah sein kann).
joachim benutzt die fragmente in endlosen wiederholungen, harmonien und kontra-punkte zusammenfügend zu einem verrückt-intensiven orchester des raums, der formen und farben. er erinnert uns an das vielleicht unvermeidliche scheitern, an die brüchigkeit unserer utopien. vielleicht können wir die kraft des grossen und ganzen nur verstehen und entwickeln, wenn wir uns die möglichkeiten der kleinsten und niedrigsten teile vergegenwärtigen.
joachim erzählt von einer statistik, nach der die weltbevölkerung schulter an schulter stehend auf dem gebiet der niederlande platz fände, der angehäufte müll all dieser menschen aber als kilometerdicke schicht dieselbe fläche bedecken würde. vielleicht würden wir viel schneller all unsere authentischen und kreativen potenziale freilegen, wenn wir dieses szenario als rituelle demonstration inszenieren könnten.
der besuch des rot raums ist in der tat eine rituelle erfahrung. eine reise in einen raum jenseits der alltagszeiten und -räume; und zeit einem aufblitzen von etwas ansonsten verborgenen nachzuspüren. kaum überraschend, dass kinder genau das verstehen. auf urlaub im ort drängten sie ihre eltern täglich in den rot raum zurückzukehren (viele eltern liessen sich gerne drängen). sie wollten nachschauen, ob sich etwas verändert hat, oder um etwas vorher nicht gesehenes zu entdecken. eine art pilgerweg zu einem heiligen ort der offenbarung, eine liebevolle reise jemanden zu besuchen, den sie besser kennelernen möchten.
anordnung und atmoshäre der installation verstärken all dies auch physisch. ein kleiner weg führt durch die trümmer ins zentrum des raums. dort steht der pilger umgeben von einem universum aus rot, orange und pink. der raum bringt den körper dazu, sich in einer bestimmten art und weise zu bewegen, in einer ständigen drehbewegung von einer seite zur anderen, bald nach unten schauend, bald nach oben. eine verwickelte physische bewegung, kurios, wundersam und ehrfürchtig.
der nicht-so-betrunkene-treibgut-künstler-seemann (a not-so-drunken-flotsam-artist-sailor) lag eine zeitlang seine sprache sprechend im hafen. eine sprache die die älteren einwohner besser verstanden als sie dachten. aber er wird nicht lange im hafen ver-weilen. er hat das publikum der gegend ein wenig infiziert mit dem glauben, weiche, neugierige, zuversichtliche und einfallsreiche wege zu suchen um eine bessere zukunft für die kunst und die welt zuz gestalten. vielleicht sind die kinder ja nicht alleine beim einsammeln von und sich erinnern an echos dieser ansteckenden, findigen und hoch-herzigen arbeit. der kreis dreht sich langsamer in älteren herzen. wer wird im nächsten jahr immer noch den blues singen?
graham maule, edinburgh, 17.9.2006

the red room
in pittenweem each year, for this one week at the beginning of august, every available venue, sings the blues. whole houses, front rooms, corridors, even spare cupboards are awash with the blues in this a picturesque little fishing village on the east coast of scotland. throngs of blues-lovers are descending, a thousand at a time, sailing through the streets, cool, calculating, coveting every desirable example of the blues is re-warded by one of a fleet of tiny red dots.
the blues in question though, are not examples of that (gloriously moving and danger-ous) musical invention of oppressed black folk. these blues are the aesthetically pleasing and in the main, technically accomplished, often safe, blues of seascape. upon seascape, upon seascape, painted by invariably comfortable white folk.
the celebration of the blues around this tiny harbour on the east neuk of fife is a booming phenomenon, growing in scale, year on recent year.
and now, in 2006, an uncomfortable visitor, joachim römer, arrives from over the north sea. not singing the blues, he sees red. (and not tiny red dot red).
joachim, a not-so-drunken-fisherman-sailor sails into harbour, wearing his heart on his sleeve.
he covers floor, walls and ceiling of a single 12 x 12 x 7 foot room, in an old single-storey cottage, on the north side of the harbour with crap. flotsam and jetsam. dis-membered doll’s heads and legs. damaged detergent bottles. discarded toys, dildoes, indeterminate plastic devices
but these, even though not so un-foreign objects, are not from scottish sea shores. they come from the lapping edges of a romantic (so scots have historically thought) river rhine. they come packaged and protected with care and thoughtfulness. not the disregard have been shown, as they passed through previous human hands. before, they charted their sad, solitary, forgotten course through the refuse-bin of a rivers currents. now, they are steered steadily and compassionately to a safer haven, a bold re-membering.
not selected for their colour blue (charming, comforting, aesthetic), but instead for their colour red (disturbing, deranged, un-aesthetic). altogether a different (more authentic) kind of blues.
and different is often the comment of viewers ducking under the door lintel into the darkened space of the red room. at once, both a banal and clichéd response of souls unschooled and untrained in the supposedly sophisticated language of fine art, it’s also, at the same time, a deeply poignant response to an overwhelmingly beautiful ugliness of thousands of plastic fragments and objects to a mad belief that art, beauty and truth are elusive to stark realities that constantly elude a comfortable gaze to a suspicion that value is only to be found in the unlikeliest of places to a patient dedi-cation to a vision of re-membering the small, the lost, the forgotten.
the habits and assumptions of a world are turned upside down. foundations are laid bare, shown to be on a watery, shifting base. the damage done, only the damaged can declare what salvaging is required, speak the message of salvation that needs to be heard.
the environment of the red room allows the visitor passage to a world that contempo-rary time wants to forget. into the presence of a frozen technologically-created tsu-nami, poised to strike. it forces the viewer into a space of contradiction between fasci-nation (at discovering this cave of abundant, oddly beautiful, jewel-like treasure) and sneaking dis-ease (that this worthless, virus-like infestation, represents a worlds heed-less hurtling towards the rocks in answer to the loreli-call of wilfully-ignorant consumerism).
it forces the viewer into a space of tension between disgust (at our complicity in de-structive forces, we repress in our day-to-day living) and delight (as we rediscover a suspicion that pointlessness, fun and wonderful, careless innocence are not so far be-yond our reach).
by utilising fragments, repeating, harmonising and counterpointing into an in(tensely) sane orchestra of space, form and colour, joachim reminds us of the perhaps inevitable failure and brokenness of our utopian schemes. perhaps only by recognising the poten-tial of the smallest and lowest parts can we fully understand and improve the power of the greater whole.
joachim relates the statistic that, if the population of the world were to stand shoulder to shoulder, they would occupy the land mass of the netherlands; the annual waste all these people produces would cover the same area to a depth of kilometers. if only we could enact this ritual demonstration in reality we might more quicker realise more authentic, creative human potentials.
and visiting the red room is indeed a ritual experience. a journey into a space outside everyday-space and time to sneak a glance at what is otherwise hidden. and children (perhaps not surprisingly) understand this. holidaying with their family in the village for the week, they drag their parents (not unwillingly) to return day after day, to see if anything has changed. or to see something they might have overlooked. a pilgrimage to a holy place of revelation. a fond journey to visit a loved one they want to get to know better.
the installation’s arrangement and atmosphere reinforce this physically too. there is a small clear path cleared through the debris, leading into the centre of the room. here the pilgrim stands at the centre, surrounded by this universe of red and orange and pink. the room forces the body to move in a particular way, continually turning round from side to side, looking down, looking up. a complex physical movement of curiosity, wonder and awe.
the not-so-drunken-flotsam-artist-sailor stays in port for a while, speaking his language. a language the older natives begin to realise they understand better than they thought. but he won't stay long. he has intoxicated an east neuk audience with a belief that there are more tender, curious, bold and imaginative ways to create a better future for art and for the world. may the children not be alone in re-collecting, re-fusing, re-membering echoes of his infectious, ingenious and generous work, but the circle turns slowly in older minds. who’ll still be singing the blues next year?
grahm maule, 17.09.2006
   
kölner stadtanzeiger, 8.5.2007
die neue poesie ist aus plastik
joachim römer zeigt kunst aus rotem treibgut, das er am rhein fand
von jürgen kisters
kalk – der rhein, auch wenn er immer weniger wasser führt, ist seit jahrhunderten eine nicht versiegende quelle für künstlerische schöpfungen. das aktuelle beispiel dafür zeigt joachim römer derzeit im bürgeramt kalk. der kölner künstler hat den rhein bereits seit längerem im blick. oder besser gesagt: er wirft bereits seit geraumer zeit ein wach-sames auge auf das, was der fluss hervorspült, und fischt es aus dem wasser und dem gestrüpp am ufer. aus diesem material läßt er bildhauerische, malerische werke ent-stehen, wie jetzt den „rotraum“.
auf mehreren quadratmetern hat er im innern eines außen geschwärzten kubus alles arrangiert, was er an rotem treibgut im und am rhein gefunden hat. vom handfeger über unzählige formen roter flaschen und kanister, feuerzeuge, flaschenverschlüsse, schläuche, kunststoffseile, blumentöpfe, getränkekästen, glücksschweine, plastikbälle und andere spielzeuge ist darin so ziemlich alles vertreten, was die moderne kunst-stoffindustrie in ihrem repertoire an alltagsgegenständen zu bieten hat.
geschickt balanciert joachim römer in seinem kunstwerk die kritik an der modernen kunststoff-wegwerfkultur und den blick auf deren kuriose schönheit aus. wie ist es bei den modernen kunststoffgegenständen überhaupt um den zusammenhang zwischen funktion und ästhetik bestellt? fragen wir beim griff nach den dingen im modernen praktischen alltagsleben überhaupt noch nach dieser dimension? und wie fördert die „billigkeit“ und tristheit einer modernen kunststoffästhetik unsere bereitschaft, die gegenstände leicht wegzuwerfen.
besser als römer kann man nicht zeigen, wie kunst mitten aus dem alltag hervorgeht und als medium der fantasie und des nachdenkens direkt wieder in diesen alltag hinein geht. damit hat der künstler einen kreativen ansatz gefunden, der seine kunst anfass-bar macht und für jeden verständlich sein lässt. wenn es nicht die kritische dimension ist, die er bei den betrachtern mit seinem treibgut-kunstwerk erreicht, so ist es eine erfahrung von verspieltheit und sehnsucht. schließlich kennt doch jeder mensch seit seiner kindheit diesen spaß, einen gegenstand auf einem fluss treiben zu sehen und ihn so lange mit den augen zu verfolgen, bis er verschwunden ist. was früher ein stück holz war, ist heute ein stück plastik. so ändern sich die zeiten und die kultur und auch die künstlerisch poesie, die mit dem rhein verbunden ist.
kölnische rundschau, 10.5.2007
vom rheinstrand in den rotraum
joachim römer baute eine objekt aus abfällen im kalker bezirksrathaus auf
von lydia keck
kalk. nach einem hochwasser tritt am strand des rheins so einiges zutage, was bei strandpartys oder kleinen ausflügen zurückgelassen oder weggeworfen wurde. doch was für so manchen müll ist, hat für den kölner objekt- und installationskünstler joachim römer noch eine andere funktion. er entlockt dem abfall eine eigene ästhetik. in seinem „rotraum“, einer zwölf quadratmeter großen box von über zwei meter höhe, installierte er an der decke und den wänden blumentöpfe, plastikeimer, flaschen, puppenärmchen, schaufeln oder kiloweise grablichter.
alle plastikteile sind rot und in kleinarbeit sorgfältig angeordnet. die etwa 250 kilo-gramm schwere müllbox aus 59 teilen baute er in vier tagen im bürgeramt kalk zu-sammen. mit der eröffnung des raumes durch bürgeramtsleiter norbert becker ist der innen beleuchtete rotraum nun offiziell begehbar.
für den künstler haben das material plastik und die farbe rot eine zwiespältige be-deutung. „der rhein ist eine große müllkippe. früher bestanden unsere haushaltsgeräte ausschließlich aus holz oder metall, später auch aus aluminium,“ so römer. für seinen rotraum, für den er drei monate lang ausschließlich rote plastikabfälle sammelte, fertigte er zahlreiche skizzen an.
die vorarbeiten seiner asusstellungsobjekte sind jedes mal sehr spannend. wenn römer material für seine kunstobjekte sammelt, wundert er sich hin und wieder immer noch darüber, was er alles so am rhein findet. "es ist schon interessant, was alles im rhein schwimmt. neben 100 fahrradrückstrahlern habe ich auch eine kinderküche aus plastik entdeckt," erzählt der künstler.
der rotraum ist noch bis zum 1. juni im bezirksrathaus kalk, kalker hauptstraße 247-273, zu den normalen öffnungszeiten zu sehen.
   
WDR 3 · Mosaik · 15.1.2008
Auszug aus einem Beitrag von Claudia Cosmozu den 'passagen'
1.O-TON: Joachim Römer
"Von Fahrradrückstrahlern und Speichenstrahlern über Feuerzeuge, Flaschendeckel jeglicher Größe und Form, bis hin zu Flaschen, alle möglichen Plastikflaschen, das Material ist fast ausschließlich Plastik, Blumentöpfe, Grablichter, Fragmente von Eimern, Kanister, sogar Handtaschen und Schuhe, Teile von Plastikrohren, also das ist unendlich, bis hin zu Schwimmflügelchen von Kindern, Puppenbeine. Also, alles, was man am Rhein findet und das ist erstaunlich, was man da alles findet!"
Joachim Römer ist passionierter Spaziergänger. Stundenlang hält sich der Kölner am Ufer des Rheins auf und sucht nach Treibgut. Für die Fertigstellung seiner Rauminstallation 'Red Room' begann Joachim Römer zusammen mit Petra Supplie am Rhein speziell nach rotem Treibgut zu suchen.
2.O-TON: Joachim Römer
"Rot, das war noch mal eine Farbe, die steht ja für sehr vieles: Blut, Liebe, auch was Utopisches, auch die alte Fahne der Revolution war rot! Ist eine Signalfarbe. Da lag Rot irgendwann nahe. Dann haben wir angefangen, nur systematisch rot zu sammeln."
Daraus ist der 'Red Room' entstanden, der während der 'passagen' im Museum für verwandte Kunst zu sehen ist. Der 'Red Room' ist eine Art begehbare Höhle, die ganz und gar aus dem roten Plastiktreibgut besteht. Die Fundteile wurden mit rotem Fliesenkleber auf Panelen befestigt. Der 3 mal 4 Meter große und 2 Meter Zwanzig hohe rote Raum besteht aus 59 Einzelteilen. Die Ecken sind gerundet und die Wände wellenartig aufgebaut, so dass der Besucher den Eindruck bekommt, schwerelos zu sein. Da der Boden aus einzelnen roten Plastikelementen variabel gestaltbar ist, kann man im 'Red Room' Kaffee trinken oder sogar ein Bett hereinstellen und dort schlafen.
3.O-TON: Joachim Römer
"Es ist auch eine Auseinandersetzung mit dem: Wie richten wir eigentlich die Welt ein, in der wir wohnen! Da ist man dann nah am Design: Was ist schön, was ist hässlich, was ist angenehm, was ist unangenehm? Und die meisten Menschen, die am Rhein entlang gehen, die empfinden den Müll, der da angetrieben wird, als hässlich und störend und unangenehm. Und ein Teil der Idee war auch: Was passiert, wenn man das so gestaltet, das ist ja nicht hier wild reingeklebt, das ist gestaltet, da sind Drehbewegungen drin, Wellenbewegungen und auch eine leichte Kippung in sich. Was passiert, wenn man die hässlichen Dinge transformiert!"
 
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